Geschichtstour

Bei dem aktuell schönem Wetter haben wir uns noch einmal aufgemacht und eine neue Tour für die kommende Motorradsaison entwickelt. Bei dieser Tour dreht sich alles um das Themae Kriegs- und Nachkriegsgeschichte, denn davon gibt es hier im Harz leider Einiges zu sehen.

Starten kann man die Tour natürlich vom Hotel Sauerbrey oder von unserem Motorradtourismus Partnerhotel A.L. Harzhotel Fünf Linden.

In Anbetracht des Hintergrundes möchten wir nicht von Highlights der Tour sprechen sondern vielmehr von den verschiedenen Anlaufstellen:

  1. Station des Todesmarsches (3.Reich)
  2. KZ Mittelbau Dora (3.Reich)
  3. Projekt Dachs IV (3.Reich)
  4. Werk Tanne (3. Reich)
  5. ehemalige innerdeutsche Grenze (Kalter Krieg)
  6. original DDR Wachturm (DDR)

Verbunden wird das Ganze von tollen Kurvenstrecken die den ganz großen Motorradspaß bieten.

Gesamtlänge der Tour: ca. 250 Km.

Karte und Buchungsmöglichkeiten sind hier zu finden!

 

Allen Interessierten möchten wir hier die geschichtlichen Hintergründe ein wenig erläutern:

1. Station des Todesmarsches

Die Todesmärsche war die "letzten Transporte" aus den Konzentrationslagern im Harz zum Kriegsende 1945. Es handelte sich hierbei um regelrechte Gewaltmärsche, auf welchen die Häftlinge die Wege zu den Sammelstellen zurücklegen mussten. Auf einem der größten Gewaltmärsche legten ca. 3.500 Häftlinge eine Strecke von 34 km von Osterode nach Oker zurück. Zahlreiche Häftlinge überlebten diesen Marsch nicht. Zur Kennzeichnung der Route wurden Stelen aufgestellt. Jede dieser Stelen kennzeichnet eine belegte Mordtat auf der Route des Todesmarsches. Eine dieser Stelen ist an der Straße oberhalb von Lerbach zu finden

Quelle: karstwanderweg.de (http://karstwanderweg.de/publika/harz_kur/beilage/2000/vladi/56/index.htm)

2. KZ Mittelbau Dora

Das KZ Mittelbau Dora wurde als Außenstelle des KZ Buchenwald 1943 gegründet. Mehr als 60.000 Häftlinge mussten im Rahmen der Untertageverlagerung der Rüstungsindustrie im zweiten Weltkrieg Zwangsarbeit für die deutsche Rüstungsindustrie leisten. In die unterirdische Stollenanlage bei Nordhausen wurde im ersten Zuge die Raketenproduktion (die sogenannten V-Waffen) aus Penemünde verlagert. Später kamen andere Rüstungsprojekte hinzu. Das Stollensystem hat eine Länge von fast 20 km.

Zum Mittelbau Dora gehörten ca. 40 Außenlager und Arbeitskomandos, in welchen die Häftlinge untergebracht waren.

Im April 1945 ließ die SS das Lager räumen und schickte die Häftlinge auf Evakuierungsmärsche, die sogenannten Todesmärsche. Am 11. April 1945 befreiten amerikanische Militäreinheiten die verbliebenen Häftlinge. 2 Jahre später ließen sowjetische Einheiten das Stollensystem sprengen. Übrig gebliebene Rest-Stollen sind heute ´Gedenkstätte des Landes Thüringen. Die Anlage kann täglich außer montags besichtigt werden .

Quelle: thueringen.info http://www.thueringen.info/gedenkstaette-mittelbau-dora.html

3. Projekt Dachs IV

Bei dem Projekt Dachs IV handelt es sich um eine geplante Untertageverlagerung eines Hydrierwerkes. Dieses Projekt gehörte zum sogenannten "Geilenberg-Programm". Dieses Programm kam aufgrund eines Führererlasses Ende Mai 1944 zustande, welcher der "Mineralölsicherung" dienen sollte. Dieser sollte die Sicherung des Mineralölbedarfes nach der Zerstörung zahlreicher Werke der Mineralölindustrie dienen. Beim Projekt Dachs IV sollte das Werk der Rhenania-Ossag AG aus Hamburg in die Stollen am Stadtrand von Osterode verlagert werden. Die Stollen liegen ca. 90 m unter der Erdoberfläche und wurden deshalb als Bombensicher eingestuft. Die für das Werk notwendige Stollenanlage sollte aus 17 parallel verlaufenden Stollen bestehen, die jeweils eine Länge von 100 bis 200 m haben sollten. Es sollte auch ein unterirdischer Bahnhof mit Anbindung an das Reichsbahnnetz entstehen. Bis zu 2.000 Arbeiter (größtenteils Zwangsarbeiter) arbeiteten an dem Projekt.

Bis März 1945 wurden 12 Stollen in den Berg getrieben. Ende März 1945 wurden die Arbeiten eingestellt, da die amerikanischen Truppen immer näher kamen. Am 9.04.1945 standen die Amerikaner vor Osterode und beschossen die Stadt mit schwerem Geschütz. Die Bürger von Osterode suchten in dem Stollensystem Schutz.

Viele interessante Fakten zu diesem Projekt kann man auf folgender Seite nachlesen: http://www.7grad.org/Exkursionen/U-Verlagerungen/Basalt/basalt.html

4. Werk Tanne

Beim Werk Tanne handelt es sich um eine ehemalige Sprengstofffabrik in der Nähe von Clausthal-Zellerfeld. Zu Zeiten des Dritten Reiches befand sich hier eine der größten deutschen Produktionsstätten für TNT sowie die Abfüllanlagen für verschiedene Munitionsarten. In Betrieb genommen wurde das Werk 1939. Nach Kriegsende versuchten die Amerikaner die Produktionsanlagen zu sprengen, was jedoch misslang. Deshalb wurden alle Zugänge vermauert und das Gebiet zu Sperrzone erklärt. Bis auf den heutigen Tag ist das Betreten des einstigen Werksgeländes verboten.

Quelle: http://www.harzlife.de/special/werk-tanne.html

5. Ehemalige innerdeutsche Grenze

An der Bundesstraße 29, zwischen Elend und Braunlage war bis 1989 ein ehemaliger Grenzübergang der innerdeutschen Grenze. Zur Erinnerung an diese Zeit wurde dort ein Grenzstein errichtet.

6. Original Wachturm

An der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Bartolfelde und Bockelnhagen befand sich früher eine Führungsstelle der DDR Grenztruppen. Aus dieser Zeit ist noch ein gut erhaltener Wachturm erhalten geblieben. Der Turm befindet sich in einem sehr guten Zustand. Die frühere amtliche Bezeichnung solcher Türme lautet "BTv 4x4" (Beobachtungsturm viereckig 4m x 4m). Vom Aufbau bestanden diese Türme aus 4 Stockwerken (1 Kellergeschoss und 3 oberirdische Geschosse).

Der Turm in Bartolfelde war die zentrale Führungsstelle für einen längeren Grenzabschnitt der DDR Grenztruppen, Kompanie Silkerode. Heute befindet sich der Turm in Privatbesitz und ist verschlossen.

Tourdownloads

(zum downloaden einfach auf den jeweiligen Punkt klicken und dann "speichern unter" wählen)

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